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Stadtpfarrer i. R.
Geistlicher Rat a.h.

Josef Baier

Stadtpfarrer in Bühl/Baden
von 1979 bis 2001

Dekan des Kapitels Baden-Baden

Träger der Bürgermedaille der Stadt
Bühl

Pfarrer Josef Baier hatte bei uns in St. Peter und Paul die Berufungspastoral als einen Schwerpunkt seiner Arbeit gewählt. Es war bei seinem Dienstantritt in Bühl  eigentlich noch nicht dieser besorgniserregende aktuelle Rückgang der Berufungen abzusehen. Doch Pfr. Baier hatte schon damals  das feine Gespür, was da auf die Kirche zukommen kann, wenn sich die Gemeinden nicht intensiv um diese wichtige Angelegenheit bemühten.
Während seines Dienstes sind aus der hiesigen Gemeinde vier Priester hervorgegangen.

Neben der Pastoral um die Hauptamtlichen, verschrieb sich Pfarrer Baier mit ganzer Kraft und Freude auch der Ausbildung von Laien als Pastoralhelfer. Man denke hier nur an den Aufbau der Taufpastoral mit engagierten Männer und Frauen aus der Gemeinde. Auch die Kommunionvorbereitung ging unter Pfarrer Baier neue Wege. Er verstand es, zusammen mit Schwester Fridiana die Eltern der Kinder soweit zu motivieren, dass sich viele Mütter bereit erklärten, ihre Kinder selbst in kleinen Gruppen auf die erste Hl. Kommunion vorzubereiten. Diese gleiche Vorgehensweise hat sich dann auch in der Firmvorbereitung sehr gut bewährt.

Er half mit bei der Gründung einer neuen Gruppierung in der Gemeinde. Der offene Männerkreis erlebte mit seiner Unterstützung einen erfolgversprechenden Start. "Radfahren, Beten und Gespräche" sollte das Leitmotiv dieser neuen Gruppe werden, deren Mitglieder sich dann auch sozial in der Vinzenzkonferenz betätigen. Die Gruppe ist inzwischen zu einer eingespielten Gemeinschaft geworden,  immer aber offen für Besucher, Gäste und Leute, die sich nicht unbedingt fest binden möchten.

Die vielen  feierlichen Gottesdienste, die wir mit Pfr. Baier feiern durften mit den eindrucksvollen Predigten, die von ganzem Herzen kamen, zeugten von einem tiefen eigenen Glaubensleben, das er einfach weitergeben wollte. Pfarrer Baier versuchte in allen Situationen die Menschen davon zu überzeugen, dass nicht der aktuelle Trend, der Wohlstand und das Oberflächliche bestand habe, sondern allein die Bindung an Jesus Christus und seine zeitlose frohe Botschaft das Ziel sein könne.

Wir danken unserem Herrn, dass er uns Herrn Pfarrer Josef Baier geschickt hatte. 



Pfarrer Baier schrieb uns zu seinem Leben:




















Vikar Josef Baier

Primiz in Mingolsheim 1958

"In Bad Schönborn - Mingolsheim wurde ich am 18.02.1933 geboren. Dort verbrachte ich meine Kindheit. Nach dem Abitur 1953 am Schönborn - Gymnasium in Bruchsal studierte ich in Freiburg, München und St. Peter Theologie. Am 18.05.1958 weihte mich der damalige Kapitelsvikar und spätere Erzbischof Dr. Hermann Schäufele zusammen mit 36 Diakonen im Freiburger Münster zum Priester.


Fridolinsprozession in Bad Säckingen
Vikar Baier (links), Stadtpfarrer Dr. Hugo Hermann, 
Vikar Manfred Diewald (rechts) 

Nach einer kurzen Vertretung in Neuthard trat ich meine erste Kaplansstelle in Lauda im Taubergrund bei Herrn Pfarrer Richard Mohr an. Schon im November führte mich mein Weg nach Burladingen in Hohenzollern zu Herrn Pfarrer Ferdinand Wunsch, und im Juni 1960 schließlich an Fridolinsmünster in Bad Säckingen zu Stadtpfarrer Dr. Hugo Hermann. Dort arbeitete ich bis zum April 1966.Es war eine erfahrungsreiche, arbeitsintensive, und wie die freiwillig verlängerte Vikarszeit deutlich macht, eine wertvolle und schöne Zeit.

Im April verlieh mir Erzbischof Dr. Hermann Schäufele die Pfarrei St. Michael in Appenweier, wo ich am 20.04.1966 mit meiner Mutter und Schwester aufgezogen bin. Nach dem Konzil durfte ich viel Neues zusammen mit vielen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aufbauen. Mit Dankbarkeit denke ich an die damaligen Stiftungsräte, welche die notwendig gewordenen Bau- und Renovierungsmaßnahmen mitverantworteten. 1969 wählten die Gemeinden den ersten Pfarrgemeinderat, der dann verantwortungsbewusst mitarbeitete.
Nach13 1/2 Jahren schlug die Stunde des Abschieds, der mir, meiner Mutter und Schwester nicht leichtgefallen ist. Am 2. Oktober 1979, dem Schutzengelfest, zogen wir ins Pfarrhaus in Bühl ein. Wir durften erleben, dass die Gemeindemitglieder uns offen aufnahmen. Meine Arbeit in Bühl wollte ich als Dienst am Glauben der Gemeinde verstehen, so wie Paulus im 2. Brief an die Korinther geschrieben hat: "Wir sind nicht Herren eures Glaubens, sondern Diener eurer Freude."(2 Kor.1, 23)

Nach 14 Tagen wurde Vikar Bantle versetzt, so dass ich die Seelsorge allein zu bestreiten hatte. Hinzu kam noch die Verantwortung für das Veronikaheim, das ich 1983 für 3 Millionen DM renovieren musste, und die Verantwortung für das Erich Burger Heim in der Aufbauphase. Gott sei Dank hat mich darin nach dem Tod von OB Burger Herr Arnold Fritz abgelöst. Als 2. Vorsitzender blieb ich dem Heim bis zu meiner Pensionierung verbunden. 


Während eines feierlichen Hochamtes an Weihnachten in St. Peter und Paul
von links: Kaplan Schneider, Stadtpfarrer Baier, Diakon Hipp (heute Pfarrer in Bonndorf), 
ganz rechts Andreas Rudiger 
noch als Ministrant, heute Pfarrer in Konstanz. 

In den 90ziger Jahren stellten wir im Pfarrgemeinderat unsere Arbeit unter das Leitwort des Hl. Paulus im Römerbrief: "Gleicht euch dieser Welt nicht an, sondern wandelt euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was dem Willen Gottes entspricht, was gut und vollkommen ist." (Rö. 12, 2 ff) .Es ging uns um die sogenannte Berufungspastoral.

Höhepunkte waren zweifellos die Primizen von Michael Hipp, Pfarrer in Bonndorf, Christopher Sturm, tätig in der Diözese Rottenburg / Stuttgart; Dr. Andreas Rudiger Pfarrer in Konstanz; Pater Andreas Frisch FSO, derzeit nach einem längeren Aufenthalt in Rom wieder in Feldkirch/Vorarlberg. Seine Schwester Christiane Fritsch ist in die geistliche Gemeinschaft "Das Werk FSO "eingetreten und arbeitet derzeit in Letterkenny, Irland.

Dankbar denke ich an die vielen Mitarbeiter/Innen zurück, die mich in der Seelsorge unterstützten. Stellvertretend für alle Aktiven in den verschiedensten Gruppierungen und Kreisen nenne ich die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden: Herrn Arnold Fritz, Herrn Hans Werle, Frau Maria Feist und Herrn Bernhard Götz.

Meine Schwester und ich waren gerne in Bühl und mit der Gemeinde verwachsen. Dennoch muss man den Mut und die Kraft aufbringen, rechtzeitig in den Ruhestand zu gehen, die Aufgaben in jüngere Hände zu legen und den Wohnort zu wechseln.

Meine Mitbrüder in Achern und Umgebung lassen mich weiterhin als Priester wirken und ich bin froh, ihnen helfen zu können. Gerne denken wir an die Bühl Zeit zurück, denn im Herzen sind wir Bühler geblieben."