Ein Blick zurück........

 

Pfarrer i.R. Alfred Behr -  Kaplan in Bühl   1955-1960


Alfred Behr wurde 1924 geboren.  Er  ist im Kreis Tauberbischofsheim aufgewachsen. Nach vier Jahren einklassiger Dorfschule von 1934 bis 1941 wechselte er ins  Gymnasium nach Tauberbischofsheim. Nach dem Abitur  leistete er 1941 - 1942 Arbeitsdienst. 1942 wurde er zur Wehrmacht einberufen. Er geriet 1945 als junger Leutnant an der Neiße in russische Kriegsgefangenschaft. Er verbrachte dann die Jahre bis 1949 in verschiedenen Kriegsgefangenlagern rund um Leningrad ( heute  St. Petersburg).
Erst 1949 wurde er nach Deutschland entlassen.

Im November 1949 begann er ein Theologie- und Philosophiestudium in Freiburg im Breisgau.  Priesterweihe dann 1954.  KaplansteIlen in Freiburg, Sigmaringen, Schwetzingen und Bühl-Baden. 1960 wurde er als Pfarrer in der Diaspora-Pfarrei Sennfeld investiert und 1968 in Haslach im Kinzigtal. Seit 1991 war es aus gesundheitlichen Gründen im Ruhestand. 1992 Beginn der Aktion »Spasibo matuschka!«, Kontakt mit russischer Bevölkerung rings um die ehemaligen Kriegsgefangenenlager.

Er reiste viele Male an die Stätten seiner Gefangenschaft zurück, nicht aus dem Gefühl der Neugier oder des Hasses sondern um mit den Menschen rund um die Lager zu sprechen. Er gründete ein Hilfswerk, das jährlich viele lebensnotwendige Güter an die überwiegend bitterarmen Menschen liefert.

Pfarrer Alfred Behr schrieb seine Erinnerungen an die Gefangenschaft in einem Buch nieder:
"Blick zurück in Liebe"
Taschenbuch im Franz-Verlag
ISBN: 3877850286
erhältlich in allen Buchhaltungen

Der Bau unseres Geschwister Scholl Hauses in Herrenwies wurde übrigens von Kaplan Behr angeregt. Er begann auch mit dem Rohbau. Die Fortführung übernahm dann Kaplan Bürkle

Pfarrer Behr verstarb im Alter von 80 Jahren am 5. Januar 2004 an seiner nie ausgeheilten Herzkrankheit.