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Monsignore, Erzbischöfl. Rat a.h.
Pfarrer i.R.

Karl-Wilhelm Cremer
Träger des Bundesverdienstkreuzes

Kaplan in Bühl von 1935 bis 1940

geb. 1910 in Köln
geweiht am 22. Februar 1935 in Köln

1935 Aushilfe in Bonn-Neuss-Alfter -Köln
1935 -1949 in der Erzdiözese Freiburg tätig
dazwischen Wehrdienst im Sanitätsbereich
1950- 1957 Kaplan in St. Hippolilytus , Troisdorf
1957 - 1986 Pfarrer an Heilige Familie in Troisdorf Oberlar
seit 1986 im Ruhestand ( Schleswig-Holstein)

Es war eine fast abenteuerliche Geschichte bis wir Pfr. Cremer wiedergefunden hatten. Eigentlich hatte die Redaktion nur seinen Namen und die ungefähre Dienstzeit.  Dankens-werterweise gab uns dann die Familie Mechler den entscheidenden Tipp, in dem sie uns auf seinen späteren Dienstort Troisdorf aufmerksam machte. In Troisdorf ( 6 Pfarreien) erklärte man uns, es gäbe da einen Pfarrer Bollenbach, der Herrn Cremer noch kennen würde. 

Wir erreichten Pfr. Bollenbach in Troisdorf-Sieglar und er gab uns die Information, die wir brauchten, nämlich die aktuelle Adresse von Pfr. Cremer.  Wir versuchten es per Telefon....doch da kam keine Verbindung zustande....immer besetzt, erst ein Brief führte uns ans Ziel nach Schleswig-Holstein. Postwendend erhielten wir einen 4-seitigen handgeschriebenen Brief mit den bewegten Memoiren von Pfr. Cremer.
er schrieb uns:

 

"Nach meinem Abitur 1929 in Köln am bekannten Dreikönigsgymnasium, begann ich das Studium der Philosophie, Theologie und Geschichte an den Universitäten Bonn, Freiburg i. Br. und Köln wo ich auch 1935 zum Priester geweiht wurde. In meiner Jugendzeit war ich begeisterter Sportler, was ich bis vor wenigen Jahren noch immer  war. Ich gehörte viele Jahre zum Jugendverband " Neudeutschland" . In dieser Zeit habe ich oft das Sportabzeichen erworben, was ich heute als "Goldenes Sportabzeichen" tragen kann. Dazu erwarb ich das Reitersportabzeichen, auf das ich besonders Stolz war. Auch im österreichischen Alpenverein war ich sehr gefragt. " 

" Nach meiner Priesterweihe 1935, wurde ich für zwei Monate Kaplan in Oberachern/Baden bei Pfarrer Malbe. Auf Vermittlung des 1. Kaplans von Bühl/Baden ( Kaplan Rössler) wurde ich als Religionslehrer am dortigen Gymnasium und als Kaplan zur Kreisstadt Bühl/Baden unter Pfarrer Röckel versetzt. Ende 1939 wurde ich als Soldat zum Militärdienst eingezogen.

Den Militärdienst beendete ich als Oberfeldwebel bei den Fallschirmjägern. Offizier konnte ich nicht werden, denn für kath. Geistliche war dies von den Nazis verboten. 1949 kam ich aus russischer Kriegsgefangenschaft zu meinen Eltern nach Köln zurück.  Es folgten dann weitere 8 Jahre als Kaplan in Troisdorf bei Köln, einer Industriegemeinde mit 76.750 Einwohnern. Ich war dort auch als Ehrenpräses der Kolpingsfamilie und als Ehrenmitglied des Kyffhäuserbundes tätig. Nach 1959 wirkte ich dann in Troisdorf /Oberlar bis zu meiner Pensionierung 1986. Hier fühlte ich mich sehr wohl. Von hoher kirchlicher Seite wurde ich für meine seelsorgerischen Verdienste zum " Erzbischöflichen Rat" und etwas später durch Verleihung des Titels " Monsignore" gewürdigt. 1984 erhielt ich das Bundesverdienstkreuz für mein Engagement in Kultur- Schul und Jugendausschüssen. Meinen Lebensabend verbrachte ich zunächst in Büsum/ Nordsee. Nach dem Tod meiner Haushälterin, die 46 Jahre bei mir war, mir  den Haushalt führte und als freiwillige Seelsorgehilfe tätig war, zog ich nach Schleswig-Holstein  in die Nähe der Stadt Heide, wo ich eine gepflegte Unterkunft mit vorzüglicher Betreuung von meinen Freunden zur Verfügung gestellt bekam. Trotz der räumlichen Entfernung und des zeitlichen Abstandes zu meinen früheren Gemeindemitgliedern ist der Kontakt ungebrochen und lebendig.
Hier in Schleswig-Holstein, einer herrlichen Gegend unseres Landes, fühle ich mich sehr wohl. Zwischen Nord- und Ostsee gelegen ist das Wetter immer großartig. Viele freundliche Menschen findet man hier. Es lohnt sich hier zu leben.  Ich fühle mich im hohen Alter sehr wohl.
Nun verabschiede ich mich mit den herzlichsten Grüßen für Ihre Pfarrgemeinde in Bühl
Ihr Karl-Wilhelm-Cremer "

(Anmerkung der Redaktion: Der Inhalt des Orginalbriefes wurde nur unwesentlich um einige persönliche Angaben gekürzt)