Wallfahrt der OFS-Ortsgemeinschaft Bühl 2019
ein Bericht von Gabriele Kwatra

Die Sonne strahlte vom Himmel als wir am 1.Juni 2019 pünktlich um 7.30 Uhr mit dem Bus vom UHU-Parkplatz in Bühl Richtung Sasbach am Kaiserstuhl starteten. Ziel sollte die „Litzelbergkapelle" sein.

Um 8.15 Uhr kamen wir in Offenburg an, wo wir Gottfrieds Bretzeln einluden, die Siegfried Vollmer dann an alle verteilte. Dort trafen wir auch unseren Regionalvorsteher Georg Birmelin, der uns zusammen mit Erna Vollmer begrüßte, die diese Wallfahrt wieder einmal aufs trefflichste auf eine Idee von Georg hin, organisiert und vorbereitet hat. Unser lieber Pastoralreferent Heribert Scherer übernahm die geistliche Leitung beginnend mit dem Morgenlob und unser fröhlicher Busfahrer Nicola steuerte indessen den vollbesetzten Bus sicher und souverän durch alle Hindernisse und Straßenengpässe bis ans Ziel und wieder zurück.

Der Besuch der schlichten Wallfahrtskapelle zur schmerzhaften Muttergottes war ein eindrucksvolles Erlebnis. Sie liegt inmitten von Weinbergen In einem kleinen Parkgebiet auf dem nördlich von Sasbach sich erhebenden Ausläufer des Kaiserstuhls, dem Litzelberg. Das von Sasbacher Bürgern auf den Berg getragene Gnadenbild soll sich den Ort für den Kapellenbau selbst bestimmt haben.

Es wird angenommen, dass die erste Kapelle vor dem Dreißigjährigen Krieg entstand. 1695 errichtete man einen Neubau auf den alten Fundamenten. Zwischen 1750 und 1760 wurde die Kapelle vergrößert und von 1899 – 1901 umfangreiche Renovationen vorgenommen. Einer ihrer Erneuerer, der Freiherr Girardi von Castell, ließ sich nach seinem Tode 1671 in der Kapelle bestatten. Sein Epitaph ist heute in die rechte Chorwand eingelassen. Die Wallfahrt dürfte 1650 eingesetzt haben, die aber mit der Aufhebung der Kapelle 1806 zurück ging. Einen großen Neuaufschwung erfährt die bei den Sasbachern beliebte Wallfahrt nach der Jahrhundertmitte. 1885 lässt der über Sasbach hinaus bekannte Pfarrer H. Rolfus 14 Kreuzwegstationen errichten, die zur Kapelle der Schmerzensmutter auf dem Litzelberg führen. In den Sommermonaten finden regelmäßig gut besuchte Wallfahrtsgottesdienste statt, und jeden Sonntag das Rosenkranzgebet.

Nach der Legende sollen fromme Männer in schwerer Notzeit das Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes nach Sasbach geholt haben. Sie trugen das Bildnis bis auf den Litzelberg und vermochten dort nicht mehr, es von der Stelle zu bewegen. Deshalb bauten sie für die Muttergottes dort eine einfache Kapelle. Heute wird sie von zwei französischen Ordensschwestern betreut.

Um 10°° Uhr feierten wir unter der Leitung von Heribert einen Wortgottesdienst und bewunderten danach die herrliche umliegende Landschaft sowie die künstlerische Ausgestaltung der Kapelle, die das Heilsgeschehen ins tägliche Leben der Pilger bringt.

Um 11.45 Uhr ging es dann weiter mit dem Bus nach Bleibach, wo ein Mittagessen im „Silberkönig" bei Georg und Renate für uns vorgesehen war. Nachdem wir uns „ein wenig" verfahren hatten, fanden wir uns endlich verspätet dort ein und bewunderten nach dem reichhaltigen, guten Mittagessen den Fortschritt der Bauarbeiten an der Franziskuskapelle, die am 7.7.2019 eingeweiht wurde.

Weiter ging es dann um 15.30 Uhr nach Haslach, wo wir uns das Heinrich Hansjakob Museum mit einer interessanten Führung anschauten. Dr. Heinrich Hansjakob war Pfarrer, Politiker und Schriftsteller (Chronist des Schwarzwalds), (geb. 19.8.1837 gest. 23.07.1916), der nach 61 Jahren am 22. Oktober 1913 wieder in seine Heimatstadt zurück kam und sich noch im Alter von 75 Jahren ein Bauernhaus, den „Freihof" bauen ließ. Dieses Gebäude mit seiner herrlichen Parkanlage ist sehenswert, zeigt es doch den Willen des Bauherrn, einen Schwarzwaldhof stilisierend nachzubilden. Zahlreiche Details wie Glasfenster oder Hauskapelle tragen die „Handschrift" Heinrich Hansjakobs. Er verfasste viele Erzählungen, Erinnerungen und Biographien, die teilweise von dem Schwarzwaldmaler Wilhelm Hasemann illustriert wurden. Im Hansjakob-Verlag, Im alten Kapuzinerkloster, 77716 Haslach sind seine mehr als 70 Bücher und Schriften zu bestellen (Tel.: 07832/706-172, E-Mail: info@haslach.de).