St.Peter und Paul /Bühl Baden
Erzbistum Freiburg
Patrozinium am Fest Peter u. Paul, 29.Juni

Kleine Orts- und Pfarrgeschichte


Die heutige große Kreisstadt Bühl mit ihren zwei katholischen Pfarreien St.Peter u.Paul und St.Maria, liegt in einer durch Wein- und Obstbau reich gesegneten Gegend, am Ausgang des Bühlertales, in den sanften Hügeln der Vorbergzone.
Schon unter dem römischen Kaiser Hadrian (117-138), der wohl Gründer der Stadt Baden-Baden war, führte eine römische Heerstraße über Bühl gen Süden. Auf den Vorbergen des Schwarzwaldes befanden sich Wachtürme, wozu die Yburg und die Windeck zählen.

Zur Zeit der Christianisierung dieses Gebietes wurde Sasbach die Mutterpfarrei und um das Jahr 1000 wurden Ulm bei Achern und Steinbach als neue Pfarreien gegründet. Grenzfluss zwischen Steinbach und Sasbach war die Büllot. An diesem Wasser ließen sich schon früh Siedler nieder, besonders an seinem Übergang zur Rheinebene und gründeten eine Siedlung unter dem Namen Bühl. Der Name bedeutet Hügel. Wer von Norden nach Bühl kommt, sieht die mäßige Erhebung, auf der die Stadt gelagert ist.

Im Jahre 1283 wurde Bühl zum erstenmal urkundlich genannt, obwohl der Ursprung sehr viel älter anzusetzen ist. Die hiesige Gegend war im 13. Jahrhundert im Eigentum der Grafen von Eberstein, denen auch die Herren von Windeck als Ministerialien dienten. 1302 erscheint darum Bühl als Ebersteinsches Lehen in der Hand der Herren von Windeck. Bereits 1324 hatte Bühl ein Ortsgericht mit einem Schultheiß und zwölf Richtern. Eine Fehde zwischen Reinhardt von Windeck und der Stadt Straßburg brachte Bühl 1370/71 manche Kriegsleiden. Nach der Uneinnehmbarkeit der Feste Windeck erstreckte sich die Zerstörungswut auf die, den Windeckern zugehörigen Landstriche.

Wegen großer Schulden musste Graf Wolf von Eberstein 1386 seinen Anteil an der Grafschaft an Markgraf Rudolf VII von Baden verkaufen, wobei wohl der der nördliche der Büllot gelegene Teil an Baden viel, das bis dahin noch keine Herrschaftsrechte zu Bühl besaß. Der südliche Teil blieb als freies Reichslehen im Besitz der Herren von Windeck bis 1592, als keine männlichen Erben mehr aufzuweisen waren.

In einem Vertrag des Jahres 1404 zwischen Bernhard I. von Baden (1364 - 1431) und den Ebersteinern, waren die Windecker mit Ihrem Lehen in die Oberlehensherrlichkeit der Markgrafen von Baden getreten.

Ein Ereignis, das das Aufblühen und Wachstum Bühl's bedeutend beeinflusste, war die Verleihung des Marktrechtes an Bühl am 11. November 1403 durch König Ruprecht von der Pfalz auf Vorschlag des Ritters Reinhard von Windeck. Jeden Montag, wie heute noch, wurde in diesem Marktflecken nun Wochenmarkt abgehalten. Eine erneute Bestätigung des Marktrechtes erhielt Bühl durch Kaiser Albrecht II. (1438) und durch Kaiser Friedrich III. (1431)

Um diese Zeit war Bühl als Sitz eines Gerichtstabes mit den beiden Kirchspielen Bühl und Kappel-Windeck ein Kondominat der Markgrafen von Baden und der Windecker und wurde von einem markgräflichen und windeckischen Vogt verwaltet. Nach wechelvollem Geschick kam Bühl 1686 an Baden-Baden (Türkenlouis) und 1771 an Baden-Durlach. In diesen Jahren hatte auch Bühl einen ersten Bauernaufstand durch den [' Gugel- Bastian von Altschweyler' ](Altschweier) (1454) erlebt, dann einen 2. 1525. Während des 30-jährigen Krieges wurde Bühl von den Kroaten in Schutt und Asche gelegt, 1689 von den Franzosen. Von 1632-1634 und 1643 war Bühl von den Schweden besetzt. Markgraf Ludwig Wilhelm (Türkenlouis) verteidigte im spanischen Erbfolgekrieg Bühl und seine Verschanzungen von 1703 - 1707 an der sogenannten Stollhofener Linie bis kurz nach seinem Tod die Franzosen im Mai 1707 in Bühl eindrangen. Der Friedenschluss von 1815 brachte auch Bühl wieder ruhigere Zeiten, es blühte auf und wurde 1835 durch den badischen Großherzog Leopold zur Stadt erhoben.

Zum Landkapitel Ottersweier, das schon 774 bestand und eines der ältesten und ausgedehntesten Kapitel der Diözese Straßburg war, gehörte auch Bühl. Der nördlich der Büllot gelegene Ortsteil von Bühl war dem Steinbacher Kirchspiel zugeteilt, der südlich gelegene Ortsteil dem Sasbacher Kirchspiel; von 1200 an gehörte er zu Ottersweier und seit etwa 1250 zu Kappelwindeck. Im Jahre 1311 wurde der nördlich Teil mit Altschweier und Bühlertal von Steinbach getrennt und zur Pfarrei Bühl vereinigt.

Die, den Aposteln Petrus und Paulus geweihte alte Kapelle in Bühl wurde jetzt zur Pfarrkirche erhoben. Im Jahre 1318 wird ein Erchanger von Windeck, ein Bruder des Ritters Reinbold von Windeck, als Pfarr-Rektor zu Bühl erwählt. Dotiert wurde die Pfarrei Bühl aus Gütern und Zehnten der Pfarrei Ottersweier, dessen Gründer die Grafen von Eberstein und deren Lehensträgern, die Herren von Windeck, genannt werden.

Durch die Reformation und den Schwedenkrieg gingen der Pfarrei manche Güter verloren, ein Bericht von 1704 bezeichnet sie als die am wenigsten bemittelte Pfarrei in der Markgrafschaft. Seit dem Jahre 1650 wurde die Pfarrei durch sogenannte 'Missionarii', die der jeweilige Superior ernannte, vom Jesuitenhospiz Ottersweier aus verwaltet. Von 1730 an führten darum auch die Administratoren, die in Bühl wohnten, den Titel Pfarrer und wurden vom Rektor des Kollegiums zu Baden ernannt. Nach der Aufhebung der Jesuitenresidenz in Ottersweier im Jahre 1774 wurde der Pfarrei Bühl wieder das markgräfliche Patronat zugeteilt. 1824 wurde Bühl-Oberbrück - bis dahin noch bei Kappelwindeck- mit der Pfarrei Bühl vereinigt.

Als erste Kirche in Bühl diente die schon erwähnte Kapelle zu Ehren der Apostelfürsten Petrus und Paulus. Sie wurde von der naheliegenden Benediktinerabtei Schwarzach errichtet, dort hatte man nämlich die gleichen Schutzheiligen zum Patronat. Die Kapelle wurde 1311 zur Pfarrkirche erhoben.

Die zweite Kirche, das heutige Rathaus I, wurde in den Jahren 1514 - 1524 im Stil der Spätgotik von Bauleuten des Zisterzienserklosters Maulbronn errichtet. Am 6. Juli 1622 brannte die Kirche bei der Einäscherung Bühls durch die Kroaten zum großen Teil nieder, wurde aber 1626 wieder erneuert.1725 erfolgte eine weitere Renovation der Kirche und 1771/73 die Erneuerung und Erweiterung des Langhauses zwischen Turm und dem prächtigen gotischen Chor, der leider dem Verkehr zum Opfer viel. Denn bereits 1761 erklärte Weihbischof Tussanus von Straßburg in einem Visitationsprotokoll, dass die Pfarrkirche zu klein sei.

In der Urkunde im Grundstein dieser 2.Kirche waren ganz besonders der Markgraf Karl Friedrich von Baden und der damalige Pfarrer von Bühl, Karl Molitor S.J., genannt. Trotz Erweiterungsbauten blieb die alte Pfarrkirche bei dem raschen Anwachsen der Bevölkerung zu klein.

Im Jahre 1863 wurde deshalb durch das Pfarramt, des Stadtrates und der kath.Stiftungskommission ein Neubau angeregt. Am 20.August 1872 erfolgten die ersten Erdarbeiten, am 5. September 1872 war das Fundament erstellt und am 17.August 1873 war die Grundsteinlegung durch Dekan Franz Xaver Lender.

Am 6.Mai 1877 konsekrierte Weihbischof Lothar von Kübel das neu erstellte 'Bühler Münster'.

Liste der urkundlich nachgewiesenen Pfarrer und Kapläne seit dem Jahre 1318 hier

 


Quellen: Kunstführer 686 Verlag Schnell u.Steiner
"Kurzgefasste Geschichte der Stadtgemeinde Bühl"
K.Reinfried, Herder 1877
"Pfarrchronik der Pfarrei St.Peter u.Paul"
Prälat Josef Fischer, Verlag Unitas
Pfarrführer v.Bühl 1949/1941/1958

zusammengefasst: R.Loeper

 


St. Peter und Paul im Wandel der Zeit......

neue Kirche von St. Peter und Paul kurz vor der Fertigstellung 1877




Der Kirchplatz auf dem noch
bis 1901 das alte Pfarrhaus
stand

 

 

 

 

 

 

 

Der Kirchplatz mit dem 1903
errichteten Springbrunnen

 

 

 

 

 

 

 




Kirchplatz mit 1931
 erstelltem Denkmal

 

 

 

 

 

 

 

 

Kirchplatz in den 60er
Jahren mit Parkplatz