Sie befinden sich hier auf der Homepage der Kirche St. Peter und Paul. Der nachfolgende Text soll Ihnen die Pfarrkirche näherbringen. Unsere Patronen Petrus und Paulus haben sich ganz in den Dienst Gottes nehmen lassen.

SIMON PETRUS, der seinen Beinamen Petrus = der Fels von Jesus bekommen hatte, stammte mit seinem Bruder Andreas aus Betsaida und war von Beruf Fischer. Petrus, Andreas, Johannes und Jakobus wurden von Jesus als Menschenfischer berufen und als Apostel erwählt. Trotz der dreimaligen Verleugnung hat Jesus dem Petrus die Leitung der Kirche übertragen.

Petrus wirkte unter anderem in Rom und wurde dort unter Kaiser Nero etwa im Jahre 67 mit dem Kopf nach unten gekreuzigt. Über seinem Grab auf dem Vatikan-Hügel ließ Kaiser Konstantin die Basilika St. Peter erbauen.

PAULUS, sein jüdischer Name war Saulus. Er studierte in Jerusalem bei dem berühmten Gesetzeslehrer Gamaliel. Jesus hat er persönlich nicht kennengelernt. Als er von seiner Heimat Tarsus, wo er das Zeltmacherhandwerk erlernt hatte, nach Jerusalem zurückkehrte, verfolgte er die christliche Gemeinde und war für die Steinigung des ersten Märthyrer Stefanus mitverantwortlich. Auf dem Weg nach Damaskus, wo er die Christen aufspüren und gefangennehmen wollte, widerfuhr ihm eine Christusvision, die sein ganzes Leben radikal änderte. Er ließ sich in Damaskus taufen, zog sich drei Jahre in die arabische Wüste zurück, lernte danach Petrus und die anderen Apostel in Jerusalem kennen und wurde zum großen Apostel der Heiden, die er auf seinen drei großen Missionsreisen für Christus zu gewinnen suchte. Unter Kaiser Nero wurde er als römischer Bürger vor den Stadtmauern Roms enthauptet. Über seinem Grab ließ Kaiser Konstantin die Basilika St. Paul vor den Mauern erbauern.


Foto: Pfarrer Wolf-Dieter Geißler

Die Grundsteinlegung der Kirche St. Peter und Paul fand am 17.8.1873 statt. Eingeweiht wurde sie dann am 6.5.1877. Die neue Stadtpfarrkirche ist ein dreischiffiger gotischer Bau. Der Chor ist durch einen Querbau vom Hauptschiff getrennt, so daß das Kreuz die Grundform bildet. Die Kirche mißt 60 Meter in der Länge und 24 Meter in der Breite. Im Tympanon (1) des Hauptportals (außen) ist eine Skulpturengruppe des Bildhauers Bauer in Konstanz. "Der Heiland umgeben von Hilfsbedürftigen, heilend, segnend und tröstend.” Auf einem Schriftband unter dieser Gruppe stehen die Worte: "Kommet alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid.”

Über dem Spitzbogen des Hauptportales steht das Bildnis der Gottesmutter als Porta Caeli: Himmelspforte. Über den beiden Seitenportalen stehen die Patrone der Kirche: Petrus und Paulus. Das Hauptschiff wird getragen von vier mächtigen Pfeilern. Dazu auf beidenSeiten je drei Rundsäulen (Monolithe), deren Kapitäle mit Farben und Blattgold gefaßt wurden. Im Mittelschiff befinden sich 18 Fenster.

Die oberen Fenster im Hochschiff sind Lichtquellen.

Der Grundriß der Vierung ist ein Achteck, dessen Weiträumigkeit nach der jüngst durchgeführten Renovierung als überwältigend empfunden wird. In der Mitte steht der Zelebrationsaltar (3). Acht Säulen an kraftvollen Pfeilern tragen die weite Kuppel mit dem Netzgewölbe.


Foto: Pfarrer Wolf-Dieter Geißler

Seit der Renovierung 1953 wird der Schlußstein von den Wappen der Erzdiözese Freiburg und der Stadt Bühl geschmückt. Am Ansatz der Kuppel sind vier Rundfenster, welche der Kuppel ihr Licht geben.

Das Chor ist ein halbes Oktogon (Achteck) mit fünf hohen Spitzbogenfenstern. Der Choraltar mit Tabernakel (4) stammt von Anton Kunz, Pforzheim. Die im Chorraum befindlichen Figuren stellen dar (von links): St. Konrad, den Schutzpatron der Erzdiözese; St. Petrus und Paulus, die Kirchenpatrone; den seligen Markgraf Bernhard von Baden. Zwischen Chor und Querschiff findet sich im abgeschrägten Winkel die Marienkapelle (5) und die Josefskapelle (6).

Die von Rieger erbaute Marien-Orgel (7) wurde am 31.10.1976 eingeweiht. Das Kunstwerk wurde zur Hundertjahrfeier erstellt. Sie umfaßt 48 klingende Register auf 3 Manualen und Pedal, Schleifwindladen mit mechanischer Spieltraktur und elektrischer Registertraktur.

In den 50iger Jahren wurden alle Kirchenfenster von Professor Albert Burkart, München-Frankfurt, neu gestaltet, der auch den "Deutschen Einheitskatechismus” bebildert hat.


Foto: Pfarrer Wolf-Dieter Geißler

Die Grundidee der neuen Kirchenfenster ist: I. Im Chor der Kirche: Die Offenbarung Gottes im Alten und Neuen Testament. In den zwei äußersten Fenstern des Chores: sechs Einzeldarstellungen aus dem Alten Testament. Linkes Fenster, unten: Schöpfung - die Erschaffung des Menschen. Mitte: Sündenfall im Paradies. Oben: Vertreibung aus dem Paradies. Rechts Fenster, unten: Opfer des Melchisedech. Mitte: Eherne Schlange mit Heilung der Kranken. Oben: Opfer Isaaks durch Abraham.

Mittlere drei Chorfenster (15): Darstellungen aus dem Neuen Testament. Linkes Fenster, unten: Mariä Verkündigung. Mitte: Verkündigung der Geburt Christi durch einen Engel an die Hirten. Oben: Huldigung der heiligen Drei Könige.

Mittelfenster über dem Tabernakel: Unten: Heiliges Abendmahl. Mitte: Kreuzopfer Christi. Oben: Auferstehung Christi. Rechtes Fenster, unten: Der Auferstandene übertägt Petrus das oberste Hirtenamt. Mitte: Himmelfahrt Christi. Oben: Sendung des heiligen Geistes - Maria mit den Jüngern.

Seitenkapellen (5 u. 6):Hl. Mutter Anna, betend mit und für ihr Kind Maria. Hl. Joseph als Handwerker, arbeitend mit dem Jesusknaben.

Querschiff links (hinter der Orgel):

Maria mit dem Jesuskind. Ein Engel hält über ihrem Haupt die Himmelskrone.

Mitte links: Die Ährenleserin Ruth als Vorbild Mariens. Rechts: Judith, die starke Frau. In der unteren Partie: Die im Paradies verheißene zweite Eva, die der Schlange den Kopf zertritt. Daneben: Maria, die Mutter der Erlösten. In den vier Ecken Sinnbilder Mariens: "Arche des Bundes”, "Turm Davids”, Goldenes Haus” und "Elfenbeinerner Turm”.

Querschiff rechts:

Die Kirchenpatrone Petrus und Paulus mit ihren Symbolen. Petrus mit dem Schlüssel, Paulus mit der Schriftrolle und dem Schwert. Hinweis auf seine Briefe an die Gemeinden und sein Marthyrium. Neben Petrus und Paulus je ein Engel mit Schriftband. Darauf steht: Tu es Petrus - Du bist der Fels; und Scio cui credidi - Ich weiß, wem ich geglaubt habe. Darunter das Petrusschifflein mit dem Heiland und den Aposteln im Sturm auf dem Meere. Zwei Seeungeheuer bedrohen das Schiff. Sinnbild für die immer wieder bedrängte Kirche in den Stürmen der Zeiten. In den vier Ecken dieses Bildes rechts oben das Sinnbild des Hl. Geistes für Petrus und seine Nachfolger: rechts unten drei Kronen, ein Hinweisauf das dreifache Papstamt (Lehramt, Hirtenamt, Priesteramt); links oben das Segelschiff, Hinweis auf die Missionsreisen des Paulus; links unten die heilige Schrift.


Foto: Pfarrer Wolf-Dieter Geißler

II. Im Langhaus der Kirche: Die Verkündigung der Offenbarung durch die Apostel und ihre Nachfolger.

Darstellung jüngstes Gericht (16):

Wiederkunft Christi als Weltenherr am Ende der Welt. Abschluß des Gottesreiches auf Erden - Posaunenengel blasen zum jüngsten Gericht. Sterne fallen vom Himmel, das himmlische Jerusalem, mit den 4 Toren, überschwebt vom Heiligen Geist, steigt vom Himmel hernieder. Unterhalb des thronenden Christus Auferstehung der Toten. Der Stahlhelm auf dem einen Kreuz, weist auf gefallene Soldaten hin. Auf der rechten Seite des erhöhten Herren, die zur Seligkeit Berufenen, auf der linkenSeite die Verworfenen.

Darstellung Sakramente (17):

Oben: Hl. Geist, darunter das Lamm Gottes mit dem Kreuz, von dem derBlutkreislauf der Erlösungsgnade hineinfließt in die Kirche, den Leib Christi. Sie ist das Grundsakrament und wendet den Gnadenstrom in den sieben Sakramenten den Menschen zu: Taufe, Firmung, Eucharistie, Bußsakrament, Krankensalbung, Priesterweihe, Ehe.

Kirche Grundriss

1. Hauptportal
2. Taufbecken
3. Zelebrationsaltar
4. Choraltar
5. Marienkapelle
6. Josefskapelle
7. Rieger-Orgel
8. Partnerschaftskreuz von Los Santos Inocentes (unschuldige Kinder) Partnergemeinde, Lima
9. Hl. Antonius von Padua
10. Hl. Sebastian
11. selige Sr.Ulrika (hat auch im Bühler Krankenhaus gewirkt)
12. Pietabildnis von Bildhauer Bach, Stuttgart, ausgeführt in Sulzer Sandstein
13. Barocke Kreuzigungsgruppe (stammt aus der alten Pfarrkirche)
14. Ölgemälde: Tod des Hl. Josef, 18. Jahrhundert
15. Fenstergruppe Chroraum (siehe Text)
16. Fensterdarstellung: jüngstes Gericht
17. Fensterdarstellung: Sakramente

©1997 by Sebastian Kiesel


Bürgermeister Amandus Schütt und der Neubau der Bühler Stadtpfarrkirche
von Tilman Krieg  (aus Bühl/Baden)

Aufgrund der wachsenden Bühler Bevölkerung entstand bereits um 1840 der Wunsch nach einer größeren Kirche. Diesem bedeutenden und aufwändigen Wunsch nahm sich der 1861 gewählte Bürgermeister Amandus Schütt mit viel Energie und Einfallsreichtum an.
Es bestand nämlich zuerst seitens des Gemeinderats der Plan, die alte Kirche abzureißen, weil im Eigentum der Gemeinde nicht genügend Grundfläche für eine zusätzliche und größere Kirche vorhanden war.

Bürgermeister Schütt schreibt hierzu in seinen Aufzeichnungen:
“Der Abbruch der alten Kirche und hierdurch nothwendig werdende Herstellung einer Nothkirche mit Erwerbung eines geeigneten Platzes wäre zu kostspielig gewesen, während ich aber im Hintergrund, wenn der Neubau zustandekommt schon für die alte Kirche ein Project hatte, wobei der altehrwürdige Thurm als Alterthum erhalten bliebe woran mir viel gelegen war.  Diese Angelegenheit machte mir viele Sorgen....“

Der Gedanke und Plan von Schütt war, das Wirthaus zum Wolf einschließlich Garten sowie das Springer`sche Haus neben bzw. hinter dem Rathaus für die Gemeinde anzukaufen. Dies hatte gleich mehrere wichtige Vorteile: Der Platz für einen Neubau wäre vorhanden ohne die bisherige Kirche abreißen zu müssen und der freie Kirchenplatz zwischen Rathaus und Kirche könnte wesentlich vergrößert werden. Es gelang ihm auch sehr schnell (nicht zuletzt mithilfe des ins Vertrauen gezogenen Gemeinderats Isidor Conrad), den Rat zu überzeugen und die Durchführung seines Plans konnte beginnen. Damit bewahrten die Bühler ihre schöne bisherige Kirche.

Die daraufhin erstellten zwei Baupläne wurden von den Baubehörden nicht genehmigt und Schütt, zusammen mit Gemeinde- und Stiftungsrat, hatte dann auf die Idee, den Bezirksbau-Inspektor Dernfeld in Baden-Baden mit einem weiteren Plan im gotischen Stil (wofür sich Schütt einsetzte) zu beauftragen. Dieser kam aus Zeitgründen erst 1870 zustande und die Verwirklichung fiel in die zweite Amtszeit Schütt. Er wurde 1870 als Bürgermeister wiedergewählt. Aus gesundheitlichen Gründen (er war bereits 61 Jahre alt) trat er 1872 zurück und um die Fertigstellung der neuen Kirche 1877 kümmerte sich sein Nachfolger Johannes Nepomuk Eduard Knörr. Über ihn schreibt Schütt:

„Auch war es für mich erfreulich von diesem Gemeindevorstand zu vernehmen, daß er mit meinem längst gehegten Plan einverstanden sei und für die Durchführung desselben sorgen werden, nämlich die alte Pfarrkirche in ein neues Rathaus und Kunsthalle umzubauen, wodurch nicht allein einem längst gefühltes Bedürfniß der Stadtgemeinde abgehoben werde, sondern auch eine imposante Zierde der Stadt Bühl bilden und insbesondere wenn der Bauplan von dem Bauinspector Dernfeld entworfen werden sollte was mein Wunsch wäre.“

Zumindest das Rathaus wurde in der alten Pfarrkirche eingerichtet und der schon 1860 bestehende Wunsch des Bürgermeisters Amandus Schütt damit verwirklicht.

Zum Lebenslauf des Amandus Schütt: er wurde 1809 als viertes von acht Kindern in Wagshurst geboren; der Vater war dort Engel-Wirt. Seine Tätigkeit als Kaufmann brachte ihn auch nach Bühl, wo er die Löwen-Wirtstochter Maria Anna Anastasia Huber kennen lernte und 1840 heiratete. Ab 1845 wohnte er dann in Bühl - bis zu seinem Tod mit 87 Jahren am 9.Januar 1896. Aus seiner Betätigung als Weinbauer und -Kaufmann kommen auch heute noch bekannte Namen wie das „Schüttebrünnele“ in den Kappler Weinbergen und der „Schüttekeller“ im Hänferdorf. Von seinen vier Kindern stammen einige Schütt-Familien und die Familie Krieg in Bühl ab.


Amandus Schütt
kurz nach seiner Hochzeit  1840

...und als Bürgermeister

 ©2004 by Tilman Krieg


Das aktuelle machtvolle Geläute stammt aus dem Jahre 1950. Ermöglicht durch die kraftvolle Initiative des damaligen Stadtpfarrer Monsignore Josef Fischer und der Opferfreudigkeit der Einwohner von Bühl. Die neuen Glocken wurden 1950 bei Schilling in Heidelberg gegossen. Es wurden die gleichen Glockennamen gewählt, die das vorherige Geläute hatte. Die Gesamtkosten der Glocken betrugen damals 30.760 .- DM

Die größte Glocke: Bild des Hl. Petrus
Inschrift: St. Petrus Fels und Fundament, im Streit der Zeit gib sicheres Geleit
64 Ztr schwer
Ton b'
Die Kosten wurden aufgebracht von freiwilligen Spenden der Katholiken

Die zweitgrößte Glocke: Bild des Hl. Paulus
Inschrift: St. Paulus, unser Stadtpatron, führe uns zum Gottessohn.
27 Ztr schwer
Ton d'
Kosten DM 7.000.- gestiftet von der Stadt Bühl

Die dritte Glocke: Bild des Hl. Josef
Inschrift: St. Josef ! Sei Tröster im Tod, auch Helfer in Not.
17 Ztr. schwer
Ton f'
gestiftet von Otto Lörch, Fabrikant

Die vierte Glocke: Bild St. Maria
Inschrift: Ave Maria alle Tag, was auch das Leben bringen mag!
12 Ztr. schwer
Ton g'
gestiftet von Hugo Fischer, Fabrikant

Die fünfte Glocke: Bild des Hl. Schutzengels
7 Ztr schwer
Ton b'
Stifter ungenannt.

Eine weitere Glocke für die Friedhofkapelle
Bild: Erzengel Michael
Inschrift: Das Friedhofglöcklein mag uns allen, als Himmelsbotschaft einst erschallen!
1 Ztr. schwer
Ton B''
Stifterin: Fr. Mina Stöhr


Ankunft der neuen Glocken im März 1950 - Vor dem Gasthaus Rebstock in Müllenbach an der B3 wurde 
nochmals Halt gemacht, um für die feierliche Einfahrt in Bühl den letzten Schliff anzulegen.


Feierliche Glockenweihe in St. Peter und Paul am 26.März 1950
Die Glocken waren  dazu im Chor vor dem Hochaltar aufgebaut


Hier der vollständige Inhalt der Grundsteinurkunde vom 17. August 1873:

 


Pfarrkirche St. Peter und Paul kurz vor ihrer Fertigstellung

 

Zum ewigen Gedächtniß!

Im Jahre des Heils 1873, dem 17. August, wurde der Grundstein dieser Kirche zu den hl. Aposteln Petrus und Paulus gelegt. Vollzogen wurde die hl. Handlung im Auftrage des Hochwürdigsten erzbischöfl. Kapitels-Vicariates vom 23. Juli 1873, Nr. 5957, durch den erzbischöfl. Decan des venerablen Kapitels Ottersweier: Franz Xaver Lender, Pfarrer zu Sasbach, unter Assistenz der dermaligen Pfarrgeistlichen, Stadtpfarrer Franz Xaver Knoblauch und Vicar Johannes Ev. Kleiser, sowie mehrerer Geistlichen aus der Umgebung im Beisein des Amtsvorstandes der großherzogl. Amtsstadt Bühl: Leopold Otto, des Oberamtsrichters Carl Jacobi, des Stadtbürgermeisters Carl Hug, des großh. Bauinspectors Carl Dernfeld aus Baden, der hiesigen Gemeinderäthe: Franz Xaver Bieber, Josef Burkhard, Josef Flick, Leopold Gerber, Fidel Graf, Carl Groß, Eduard Knörr, Franz Metz, Carl Reinfried und Carl Schlageter, der Stiftungsräthe: Adolf Baßler, Anton Berdon, Franz Xaver Bieber, Bernhard Christ, der Gemeinde- und Stiftungsräthe der Filialgemeinde Hatzenweier: Philipp Kopf, Bürgermeister, J osef Jäger, Gemeinde- und Stiftungsrat.
Nachdem die alte Kirche, erbaut in den Jahren 1514/1524, erweitert im Jahre 1773, den gottesdienstlichen Bedürfnissen der hiesigen römisch-katholischen Gemeinde nicht mehr genügte, auch der bauliche Zustand nicht mehr die entsprechende Sicherheit bot, wurde durch die vereinigten Bemühungen der katholischen Stiftungscommission der Neubau im Jahre 1863 angeregt.

Zwei Baupläne, wovon der erste im gothischen, der zweite im romanischen Stile ausgeführt waren, konnten allseitige Billigung nicht erhalten. Der damalige Bauplan, entworfen von dem genannten Bauinspektor Karl Denfeld, Baden-Baden, wurde durch Beschluß des Hochw. erzbischöfl. Kapitels-Vicariates am 6. Juni 1871, Nr. 11,230, genehmigt.
Die Bauausführung wurde dem Verfertiger des Planes übertragen, begann mit den Erdarbeiten am 20. August 1872 und wurde das Fundament am 5. September 1872 vollendet. Die Mittel zu dem Bau werden zunächst aus dem Baufonde entnommen. Für den jedoch diesen übersteigenden Aufwand hat sich in einer anerkennenswerthen Bereitwilligkeit die Stadtgemeinde erboten. Die Bau- Unternehmer sind Carl Müller, Werkmeister aus Baden und Josef Werner, Zimmermeister von dort. Baliere: Leo Graf aus Lichtenthal, Leopold Schneider aus Rickenbach, Bauführer: Bernhard Roßkopf aus Würzburg.
Die hiesige Stadtgemeinde zählt gegenwärtig 2838 Einwohner, und zwar 2408 Katholiken, 130 Protestanten, 300 Israeliten; zur Filialgemeinde Hatzenweier gehören 156 Katholiken.
Bühl, den 17. August 1873

(es folgen die Unterschriften)


Der Kirchenbau kostete insgesamt 342 881 Mark bzw. mit Zinsen 447 111 Mark, da ein großer Teil des Geldes durch Kapitalaufnahme bereitgestellt werden musste.