Ein Blick zurück........

 

Pfarrer Geistl. Rat August Meier  - Stadtpfarrer und Dekan  in Bühl von 1958 -1979


Dekan Meier wie man ihn kannte: ein engagierter, eloquenter 
Prediger und Redner

Achtundfünfzig Priesterjahre - davon 21 Jahre in "St. Peter und Paul" Bühl - zeichnet die Lebensgeschichte des unvergessenen Geistlichen Rates Pfarrer August Meier aus.
Wer auf sein Leben zurückschaut, stellt fest, daß es ihm ein Hauptanliegen war, den ihm anvertrauten Menschen "Seelsorger" zu sein. In der Sprache der Welt sagt man von einem Menschen, der etwas geleistet hat: "Er hat eine Spur hinterlassen."

Seine Ernennung zum "Geistlichen Rat ad honorem" erfolgte u. a. in Würdigung seiner tatkräftigen Bemühungen um die Renovation und den Neubau von Gotteshäusern und um die Erstellung von Räumen für die außerkirchliche Bildungs- und Jugendarbeit sowie in Würdigung seiner von umsichtiger Verantwortung und mitbrüderlicher Sorge getragenen Amtsführung als Dekan des Landkapitels Bühl.
Zielbewusst, temperamentvoll und einsatzfreudig ging Pfarrer August Meier seine oft selbstgestellten Aufgaben an. 
Vielen wird noch in Erinnerung sein, wie er sich während des Umbaus des "Bühler Münsters" zur 100-Jahr-Feier 1977 als "Vesper-Bote" bewährte und dabei auch die "Putzfrauen" nicht vergaß.
Er war es schließlich auch, der - wie kein anderer"':' überzeugen konnte, dass Kirche erst durch den Altarraum zur Kirche wird, und die Gläubigen mit Erfolg aufforderte, zuerst die vorderen Plätze einzunehmen. Sein allseits bekannter Humor, den Thomas von Aquin für eine Tugend hält, sprengte Mauern. Er konnte es nicht leiden, wenn man seinetwegen "frömmelte".
So sagte er beispielsweise während einer Familienfeier, zu der er geladen war und bei der es - seiner Meinung nach - ein bisschen steif zuging: "Meine Damen und Herren, wir sind hier nicht auf einer Beerdigung; es darf gelacht werden."
Wo Trost erwartet wurde, war Pfarrer August Meier sehr feinfühlig. Viele materielle Nöte linderte er, bevor er darum angegangen wurde. Er hatte ein Gespür für menschliche Nöte, denen er immer großzügig begegnete.
Noch im sogenannten Ruhestand gründete er in Moos eine Laienspielgruppe, in der er seine ganze Leidenschaft fürs "Theaterspielen" aufleuchten ließ.

Dekan August Meier am Altar von St. Peter und Paul bei
einem Festgottesdienst in Konzelebration mit den
Kaplänen Richard Huber und Edgar Neidinger

Die Stadt Bühl würdigte sein großes Engagement durch die Auszeichnung mit der Bürgermedaille im Jahre 1975 und die Ernennung zum Ehrenbürger anlässlich seiner Verabschiedung im Jahre 1979.
Zum 80. Geburtstag im Jahre 1985 wurde Pfarrer Meier die "Stadtrechtsjubiläumsmedaille" verliehen.
Die Ehre und Verherrlichung Gottes standen für Pfarrer August Meier an erster Stelle, was er in seinem Leitsatz ausdrückte:
"Alles zur größeren Ehre Gottes. "
Würdige und festlich ausgestaltete Gottesdienste gehörten zum Herzensanliegen seiner Glaubensverkündigungen.

 

Zu seinem 65. Geburtstag (5.9.1970) wurde dem Pfarrherrn ein Foto- Bildband
über das Leben in der Stadt gewidmet. Rektor Albrecht Kirschner erläuterte dem 
Jubilar den von ihm gestalteten Bildband. Interessierte Zuhörer dabei waren: 
(von links) Bankdirektor Fritz Jäger, Alfons Möhringer, der ev. Stadtpfarrer
 Wolfgang Nickel, Landrat Erwin Trippel  und Oberstudiendirektor Karl Groß

 

 

 

 

 

 

 

Die wichtigsten Stationen seines Lebensweges :

 

1905 am 5. September wurde er in Offenburg geboren.
1926 Reifeprüfung am Freiburger Friedrichsgymnasium.
1931 Priesterweihe in St. Peter durch Erzbischof Carl Fritz.
1931 viermonatige Tätigkeit in Eppelheim.
ab 1931 zwei Jahre Vikar in St. Elisabeth Karlsruhe.
ab 1933  sechs Jahre Vikar in Mannheim-Seckenheim.
ab 1939 zuerst als Pfarrvikar, dann als Pfarrverweser in Rauenberg bei Wiesloch.
1942 am 11. März erfolgte seine Verhaftung durch die Geheime Staatspolizei wegen "Mißbrauchs seines Predigeramtes zu staatsfeindlichen und staatsabträglichen Äußerungen". Pfarrverweser August Meier entging nur knapp der Einweisung in das Konzentrationslager Dachau.
1942 am 13. Juni wurde er nach seiner Entlassung aus der "Schutzhaft" des Landes verwiesen und nach Rheinland- Pfalz in das Gebiet der Diözese Speyer abgeschoben. Hier fand er eine Anstellung als Expositus zur Unterstützung des Pfarrers in Waldmohr über Homburg/Saar, bis er nach Kriegsende wieder in seine Heimatdiözese zurückkehren konnte.
1945 am 6. Dezember wurde er als Pfarrverweser nach Limbach angewiesen.
1949 am 1. Mai erfolgte dort seine Investitur.
Über Jahre hinweg nahm Pfarrer August Meier das Amt des Dekanatsjugendseelsorgers und eines Schulinspektors wahr.
1958  am 30. Juli übernahm er die Stadtpfarrei "St. Peter und Paul" in Bühl, wo er am 15. November desselben Jahres zum Dekan des Kapitels Bühl ernannt wurde.
Seine Einsatzfreudigkeit in der arbeitsreichen Pfarrei und im Dekanat brachte ihm durch den damaligen Erzbischof Her- mann Schäufele mit Urkunde vom 14. November 1966 die Ernennung zum
"Geistlichen Rat ad honorem ".
Nahezu 11 Jahre versah Pfarrer August Meier das Amt des Dekans.
1979 zum 1. August schied Pfarrer August Meier nach 21 Jahren priesterlichen Wirkens in Bühl - im Alter von 74 Jahren - aus dem aktiven Dienst aus, wobei er sich gleichzeitig bereit er- klärte, in der Seelsorge der nichtbesetzten, benachbarten Pfarrei Moos mitzuarbeiten, und nahm seitdem zur Entlastung des zuständigen Pfarrers als Subsidiar seelsorgerliche Dienste wahr.
1989 zog er in das Veronikaheim in Bühl.
1990 am 11. Mai verstarb Pfarrer i. R. Geistlicher Rat August Meier nach einem erfüllten, arbeitsreichen Leben im Kreiskrankenhaus in Bühl.
Er ist auf dem Friedhof in Moos beerdigt

Maria Feist

(ehemalige Vorsitzende des PGR)