Ein Blick zurück........


Pfarrer Walter Rößler  - Kaplan in Bühl von 1936 - 1942

Geprägt durch ein christliches Elternhaus und durch seine Zugehörigkeit zur katholischem Jugendbewegung im Bund Neudeutschland ergriff Walter Rößler  das Studium  der Theologie und wurde im April 1934 zum Priester geweiht. Nach den Kaplansjahren in Bühl folgte der Kriegseinsatz als Sanitäter bei der Kriegsmarine, bis 1948 war er in französischer Gefangenschaft. Nach seiner Entlassung blieb er freiwillig im Lager, um als Seelsorger seine Kameraden zu betreuen. Kurze Zeit arbeitete in Heiligenberg als Krankenhauspfarrer, bevor er im November 1949 nach Baden-Baden in den Konvent der Frauen vom Heiligen Grab als Klosterpfarrer kam. Er war dann in der Klosterschule als Religionslehrer und Fachlehrer vor allem für Biologie tätig. Für die Jugendlichen galt er viel mehr als nur eine Lehrer, er war gleichzeitig Vertrauensperson , Erzieher und Freund, und lange nach seiner Pensionierung war die große Sympathie seiner früheren Schülerinnen spürbar, die Verbindung mit ihm hielten, ihn besuchten, und ihn oft baten die Trauung zu vollziehen, wenn sie heirateten.  Die Biologie war die große Leidenschaft des Pfarrers, der eine der bedeutendsten Käfersammlungen in Deutschland besaß. Er hatte sie vor langen Jahren an das Landesmuseum abgegeben, da er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage war, die Sammlung fachgerecht zu betreuen.  Abgesehen davon hatte Pfarrer Rößler vielseitige geistige Interessen. in der dem kirchlichen Siedlungswerk zugehörenden gemeinützigen Baugenossenschaft Familienheim Baden-Baden war er 30 Jahre Mitglied des Aufsichtsrates. Trotz seiner schweren Krankheit übte er nach seiner Pensionierung seine priesterliche Tätigkeit weiterhin aus, auch in Bühl, und stand dem Kloster als Priester zur Verfügung

Pfarrer Walter Rößler verstarb kurz vor Vollendung seines 83. Lebensjahres, im 57. Jahr seines Priestertums im Jahre 1991.

Und hier ein Bild zu dem eine Information unabdingbar ist.
In den Jahren 1941-1945 wurden junge Geistliche beider Konfessionen zum Kriegsdienst eingezogen. Es gab keine Alternative. Wer nicht ging, war dem Tode geweiht oder wurde in ein KZ eingewiesen. Die Geistlichen wurden in den verschiedenen Waffengattungen dem Sanitätsdienst zugewiesen. Dort leisteten sie als Sanitäter ihren Dienst auf den Verbandsplätzen hinter der Front oder auch vorne im Schützengraben. Andere waren Kriegschiffen oder Flugplätzen zugewiesen. Sie spendeten ihren verwundeten und sterbenden Kameraden die Sakramente, hielten Kontakt zu den Angehörigen. Sie gaben Trost und verbreiteten Zuversicht in schlimmen Situationen.
Auch Walter Rössler, damals Kaplan in Bühl, wurde 1942 zwangseingezogen. Er leistete bei der Marine Sanitätsdienst und war Kooperator der regulären Militärgeistlichen.  Auf dem Bild ist weiterhin Kaplan Cremer in Uniform zu sehen, er leistete Sanitätsdienst bei der Luftwaffe. In der Mitte der ehemalige Chef in Bühl, Monsignore Fischer.