Vinzenzkonferenz St. Peter und Paul- Bühl

 
Vinzenz von Paul, geb. am 24. April 1558 in Pouy (heute Saint-Vincent-de-Paul), Frankreich, studierte in den südfranzösischen Städten Dax und Toulouse Theologie. Er wurde im Jahre 1600 zum Priester geweiht, war jahrelang - auch auf eher abenteuerlicher Weise - auf der Suche nach einem einträglichen Amt in der Hl. Kirche. Er kam so im Jahre 1608 nach Paris und begenete in der Hauptstadt zwangsläufig vielen bettelarmen Menschen. Hier vollzog sich in ihm eine wunderbare Wandlung. Er wurde ein hingebungsvoller Pfarrer in Clichy bei Paris. Vinzenz begann durch Predigten in den umliegenden Pfarreien, für eine nachhaltige Unterstüzung der Armen zu werben. Bald fand er Helfer und 1625 entstand daraus die Kongregation der Mission, auch Lazaristen oder "Vincentiner" genannt. 1671 gründete er die erste "Conférence de la Charité" (Vinzenzkonferenz). Vinzenz von Paul starb am 27. September 1660 in Paris. Er wurde am 13. August 1729 durch Papst Benedikt XIII selig- und am 16. Juni 1737 durch Clemens XII heilig gesprochen.
Er gilt als Begründer der neuzeitlichen Caritas und ist in Paris im Mutterhaus der Lazaristen aufgebahrt.
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Antoine Frédéric Ozanam, geb. am 23. April 1813 in Mailand, studierte Rechtswissenschaften in Paris. Er hatte während des Studiums das Gedankengut des Vinzenz von Paul aufgenommen. An der Schwelle des Industriezeitalters erkannte Ozanam sehr früh die Notwendigkeit einer organisierten Caritas und gründete schon als Student eine Caritasbruderschaft. Aus seiner Initiative gingen die heute sehr aktiven Vinzenzkonferenzen hervor. 
1836 promovierte er an der juristischen Fakultät in Paris.
Am 8. September 1853 starb er in Marseille. Er ist in der Krypta der Kirche St.Josef des Carmes des Institut Catholique in Paris begraben. Am 22. August 1997 wurde er in der Kathedrale Notre Dame de Paris von Johannes Paul II. seliggesprochen.

 

In St. Peter und Paul gibt es seit 85 Jahren eine Männervinzenzkonferenz.
Mitglieder unserer hiesigen Konferenz besuchen regelmäßig ältere, alleinstehende Männer der Pfarrei zu Hause , in Pflegeheimen oder im Krankenhaus. Sinn ist es, die Verbindung zur Heimatpfarrei aufrecht zu erhalten, Mut und Zuversicht zu vermitteln und ein wenig Freude in den Alltag zu bringen. Auch zu höheren Geburtstagen sind wir unterwegs und überbringen die Grüsse unseres Pfarrers.  An Weihnachten verteilen wir kleine Geschenke der Pfarrei und überbringen an die Pflegeheime der Stadt finanzielle Zuwendungen für besondere außerordentliche Anschaffungen zum Wohle der Bewohner. 
Wir sind 6 aktive Mitglieder. 
Vorsitzender ist Egon Schempp
Tel. 07223/21305
Stellvertretender Vorsitzender und Kassier  ist Roland Daniel
Tel. 07223/ 24883
In  dankenswerter Weise werden wir immer von Herrn Pastoralreferent Heribert Scherer unterstützt.
Über neue Vinzenzbrüder freuen wir uns.

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Vinzenzkonferenz St. Peter und Paul Jahresbericht 2016
von Roland Daniel


Liebe Vinzenzbrüder,
lieber Herr Scherer,

ich möchte zunächst mit zwei Punkten einleiten, die mir besonders am Herzen liegen.

Zum einen möchte ich auf das von Krankenhaus Aufenthalten geprägte Jahr 2016 unseres Vorsitzenden Egon Schempp eingehen, zum anderen auf eine berührende Begegnung mit einer Bewohnerin des Pflegeheims in Ebersteinburg.

Wir alle freuen uns, lieber Egon, dass Du relativ gesund hier unter uns bist und Deiner geliebten Arbeit als Vorsitzender unserer Vinzenzkonferenz wieder nachgehen kannst. Bei meinen Besuchen bei Dir im Februar 2016 in der Stadtklinik Baden-Baden, im September 2016 im Krankenhaus in Rastatt und danach in der Reha-Klinik in Gernsbach wurde mir bewusst, wie wertvoll Deine Mitarbeit für uns alle ist. Ohne Deine „kurzen Dienstwege" zum Pfarrhaus, zum Diözesanratsvorsitzenden, zu den Vorsitzenden der weiteren Konferenzen in unserer Erzdiözese und zur Caritas würde unsere Konferenz nicht so dastehen. Ich war als Dein Stellvertreter froh, dass ich zur Vorbereitung der von uns durchgeführten Herbsttagung im Kloster Neusatzeck auch im Krankenhaus und in der Reha Deinen Rat einholen konnte. Dafür und für all Deine Arbeit das Jahr über sagen wir Dir herzlichen Dank. Lieber Egon, wir alle hier wünschen Dir von Herzen vollständige Genesung und dass Du von Krankheit und Krankenhaus-Aufenthalten verschont bleibst. Gott möge Dir Deine Gesundheit und Deine Begeisterung für die Sache Jesu noch lange erhalten. Alles Gute und Gottes Segen für Dich!

Seit Sommer letzten Jahres komme ich – wie ihr wisst – regelmäßig ins Alten- und Pflegeheim „Maria Frieden" nach Ebersteinburg, um dort einen alten Mann zu besuchen. Er ist auf einer Station untergebracht, auf der rund die Hälfte der etwa 15 Bewohnerinnen und Bewohner nicht mehr oder kaum noch am öffentlichen Leben teilhat. Ich begegne auf dieser Etage auch immer einer alten Frau, die zu den Heimbewohnern zählt. Sie ist mir von Anfang an durch ihr bescheidenes, ruhiges, ausgeprägt freundliches Wesen aufgefallen. Meinen Gruß erwidert sie immer mit außergewöhnlicher Herzlichkeit. Eines Tages habe ich sie gefragt, wie sie mit dem Alltag hier zurechtkomme. Ihre Antwort war: „Ich lebe hier nicht wie im Altenheim, ich arbeite hier, so gut ich es kann. Sie sehen doch, dass es hier Menschen gibt, die meine Zuwendung und meine Hilfe dringend brauchen. Die Pflegerinnen sind doch an der Grenze ihrer Belastbarkeit und können sich um einzelne Personen nicht so kümmern, wie es notwendig wäre. Deswegen schiebe ich Menschen im Rollstuhl über den Flur, helfe den Pflegerinnen beim „Füttern" einiger Demenzkranker und gebe den Traurigen meine Streicheleinheiten. Ich habe hier meine sinnvolle Aufgabe gefunden und verspüre keinen Augenblick Langeweile."

Seit dieser Begegnung, die Spuren in mir hinterlassen hat, komme ich regelmäßig bei meinen Besuchen in Ebersteinburg mit dieser Frau, die so viel Empathie zeigt, ins Gespräch und weiß mich jedes Mal beschenkt. Da zeigt sich, was im Leben wirklich zählt: Gelebte Nächstenliebe!

Sollte das uneigennützige, liebevolle Verhalten dieser Frau nicht auch für uns alle Ansporn sein, im Rahmen unserer Möglichkeiten und im Geist von Vinzenz von Paul unseren Beitrag zu leisten? – Gerade jetzt, wo die Welt aus den Fugen geraten scheint!

Der 1974 im Amt verstorbene französische Staatspräsident Georges Pompidou hat einmal gesagt: „Die Gemeinschaft darf keine Maske sein, unter der der eine lächelt und der andere weint."

Im Refrain eines Neuen geistlichen Liedes heißt es:

Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde, heute wird getan oder auch vertan, worauf es ankommt, wenn Er kommt.

Und eine Strophe des Liedes lautet:

Der Herr wird nicht fragen: Was hast du gesagt? Was hast du alles versprochen? Seine Frage wird lauten: Was hast du getan, wen hast du geliebt um meinetwillen?

Mich lässt manchmal der Gedanke nicht los, dass es Jesus sein könnte, der mich durch die traurigen Augen eines Patienten im Krankenhaus oder eines Bewohners im Altenheim anschaut.

Wenn ich für mich ein kurzes Fazit aus 7 Jahren Mitwirken in der Vinzenzkonferenz ziehen darf: Ich bin derselbe Mensch geblieben, aber doch ein anderer geworden.

Bühl, 12. Januar 2017

Roland Daniel (Schriftführer und Kassier)

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Jahresbericht 2016

Ich möchte Euch vorab folgende statistische Erhebungen aus 2016 zur Kenntnis geben:

Besuchsdienst: 108 Geburtstags-Jubilare in der Pfarrei (i. Vj. 126) 193 Patienten im Krankenhaus an 21 Tagen (i. Vj. 267 Patienten an 23 Tagen) 10 Weihnachtsbesuche in der Stadt (i. Vj. 12) 54  in Altenheimen (i. Vj. 43) 33 Begleitungen zum Einkauf durch Egon Schempp (i. Vj. 73) (die begleitete Person ist im August 2016 verstorben)

Mitglieder: 7 Mitglieder (einschl. Pfr. Geißler als geistlicher Beirat) sind derzeit bei der Gemeinschaft der Vinzenzkonferenzen Deutschlands e.V., Düsseldorf, gemeldet. Theo Lamprecht gehört der Konferenz seit 2015 als passives Mitglied an.

Die Altersstruktur der Mitglieder stellt sich zum 31.12.2016 wie folgt dar: -zwischen 50 und 59 Jahre = 1 Mitglied (unser geistlicher Beirat Pfr. Geißler) -zwischen 60 und 69 Jahre = 2 Mitglieder -zwischen 70 und 79 Jahre = 2 Mitglieder -80 Jahre und mehr = 2 Mitglieder

Das Durchschnittsalter zum 31.12.2016 betrug 72 ½ Jahre.

Die 12 Monatskonferenzen wurden im Schnitt von 4 von 6 Mitgliedern besucht. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich Theo Lamprecht Anfang 2015 vom aktiven Besuchsdienst abgemeldet hat und seither als passives Mitglied der Konferenz angehört. Reinhard Loeper hat im 2. Halbjahr 2016 aus persönlichen Gründen pausiert.

Die Tischsammlungen ergaben 88,00 EUR (i. Vj. 96,35 EUR) bei jeweils 11 Monatstreffen.


Folgende Ereignisse in 2016 scheinen mir wichtig, darüber zu berichten:

Teilnahme an Tagungen und Veranstaltungen:

Vier Vinzenzbrüder nahmen am 16. Februar 2016 am interessanten Vortrag zum Thema: „Was leistet die Caritas?" im Haus Alban Stolz teil. Reinhard Loeper hatte im Namen des Männerkreises und der Vinzenzkonferenz Frau Dipl.-Sozialpädagogin Evelyn Baumeister, Fachgebietsleiterin „Gemeindecaritas" beim Caritasverband Rastatt, als Referentin eingeladen. Frau Baumeister stellte folgende wesentliche Aufgaben vor: Die Gemeindescaritas fungiert als Brücke zwischen gemeindlicher und verbandlicher Caritas. Ihre Aufgaben liegen in der Unterstützung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen in den Kirchengemeinden des Landkreises Rastatt bei ihren caritativen Aufgaben. Durch die Vernetzung von gemeindlicher und verbandlicher Caritas sollen offene oder verdeckte Nöte der Menschen wahrgenommen werden. Die Gemeindecaritas soll die vielfältigen Angebote und Dienste der Caritas in den Pfarrgemeinden transparent machen und die Gemeinde in ihren Aufgaben unterstützen. Die Referentin ging nach ihrem Vortrag auch auf Fragen aus dem Zuhörerkreis ein.

Am 26. April 2016 waren der Vorsitzende Egon Schempp und Roland Daniel Teilnehmer der Mitgliederversammlung des SKM – Kath. Verein für soziale Dienste im Landkreis Rastatt e.V.




 

Der Vorsitzende Egon Schempp und Roland Daniel nahmen von Freitag, 29. April bis Sonntag, 1. Mai 2016, an der 3-tägigen Frühjahrstagung im Familienerholungsheim der Erzdiözese auf der Insel Reichenau teil. Am Freitagabend hielt der Diözesanvorstand seine Sitzung ab. Im Mittelpunkt der Fortbildungsveranstaltung stand am Samstagvormittag der Impulsvortrag von Thomas Maier, Referent im Diözesancaritasverband, mit dem Thema: „Tue Gutes und sprich darüber – In und mit der Öffentlichkeit kommunizieren". Dem Vortrag schloss sich eine lebhafte Aussprache an, in der die Frage aufgeworfen wurde: Ist die Bezeichnung „Vinzenzkonferenz" noch zeitgemäß? Können Außenstehende erkennen, dass es sich um eine Gemeinschaft handelt, die ehrenamtlich caritative Dienste leistet? Am Nachmittag stellte sich der am 7. November 2015 auf einer außerordentlichen Sitzung des Hauptrats neu gewählte Präsident der Gemeinschaft der Vinzenzkonferenzen Deutschlands e.V., Winfried Hupe, den Teilnehmern vor. In seinen Ausführungen ging er auf den finanziellen Engpass der Gemeinschaft auf Bundesebene ein. Der zur Verfügung stehende Etat reiche nicht aus, um notwendige Aufgaben zu finanzieren. Dadurch sei die Arbeit des Vorstands eingeschränkt. In die Finanzierung sollen auch die vinzentinischen Einrichtungen und Freunde der vinzentinischen Arbeit einbezogen werden. Die Arbeit der Konferenzen vor Ort müsse auf die Bedürfnisse der heutigen Zeit ausgerichtet werden, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Am Samstagabend stand der Vortrag des Diözesanvorsitzenden Dr. Könczöl zum Thema: „Interne Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Vinzenz-Konferenzen" auf dem Programm. Er stellte die wichtigsten Arbeitsfelder der deutschen Konferenzen vor und sprach über externe und interne Kommunikation. Am Sonntagmorgen feierten die Teilnehmer mit Pfr. Markus Duchardt die Hl. Messe in der Kapelle. Der Zelebrant lud dazu ein, sich auf die Suche nach dem orientierenden Wort Gottes zu machen und Gottes Wirken in einfachen Dingen zu suchen. Jesu Wort „Wer mich liebt, wird an meinem Wort festhalten", stellte er in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Nach der Hl. Messe fand die Sitzung des Diözesanrats mit der Abwicklung der Regularien statt. Dabei ging es auch um die Betreuung von Flüchtlingen. Die traditionellen Aufgaben der Konferenzen sollen dabei jedoch nicht vernachlässigt werden.

Drei Vinzenzbrüder beteiligten sich am 18. September 2016 an der vom Männerkreis und der Franziskanischen Gemeinschaft veranstalteten Wallfahrt nach Hegne und auf die Insel Reichenau. Vinzenzbruder Reinhard Loeper hatte die Wallfahrt geplant und organisiert und Pastoralreferent Heribert Scherer hatte die geistliche Begleitung übernommen. Heribert Scherer stimmte die Wallfahrer mit einem von ihm konzipierten Gebets- und Liedheft schon auf der Hinfahrt auf den Tag in Hegne ein. Zur Vorbereitung des Besuchs der Insel Reichenau ließ Heribert Scherer Bücher über alles Sehenswerte der zum Weltkulturerbe zählenden Insel durch die Busreihen gehen. Die Hl. Messe feierten die Teilnehmer in der Klosterkirche in Hegne zusammen mit einigen Diakonen, die an diesem Tag ihr Weihe-Jubiläum begingen. Danach gestaltete Heribert Scherer zusammen mit Schwester Roswitha von Hegne und Frau Vollmer von der Franziskanischen Gemeinschaft eine berührende Gedenkandacht in der Krypta, der letzten Ruhestätte der sel. Schwester Ulrika. Ein Wiedersehen gab es auch mit Schwester Fridiana, die viele Jahre in Bühl gewirkt hat. Nach dem Mittagessen stand der Besuch des Münsters Hl. Maria und Markus in Mittelzell auf der Insel Reichenau auf dem Programm. Nach einer informativen Führung durch das Münster wurde die Schatzkammer mit sakralen mittelalterlichen Kunstwerken besichtigt. Bevor die Wallfahrer die Heimfahrt antraten, war noch ein Café-Besuch angesagt.

Vinzenzbruder Roland Daniel nahm am 29. September 2016 an dem Vortrag mit dem Titel „Freiheit und Verantwortung – Zur Bedeutung der Reformation für Kirche und Gesellschaft heute" von Frau Dr. Margot Käßmann im Kurhaus in Baden-Baden teil. Der Vortrag kam auf Initiative und in Kooperation mit der Vereinigung „Hospizwegweiser" Rastatt und Baden-Baden zustande. Zu dieser Vereinigung gehört auch die Hospizgruppe Bühl-Sinzheim e.V. Die Theologin Margot Käßmann, die als offizielle Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für das Reformations-Jubiläum 2017 durch die Welt reist, stimmte die Besucher auf das große Ereignis „500 Jahre Reformation" im Jahre 2017 ein. Frau Käßmann betonte, dass wir keine Kirchenspaltung feiern, sondern ihre Erneuerung. Zwischen Katholiken und Protestanten überwiege doch das Verbindende bei weitem das Trennende. Bemerkenswert war ihre Aussage, dass aus heutiger Sicht auch Katholiken die 95 Thesen, die Martin Luther am 31. Oktober 1517 an der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen hat, unterschreiben könnten. Neben Margot Käßmann stand in der anschließenden Diskussion auch der evangelische Landesbischof von Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh, den sehr einfühlsamen und kompetenten Fragen einer TV-Journalistin Rede und Antwort. „Das Lebensende ist kein von uns zu gestaltendes Projekt" beantworteten die beiden Geistlichen die provokante Frage nach dem Freitod auf Verlangen. Es sei das Verdienst der Pflegenden und der Palliativmedizin, den Patienten durch Zuwendung und liebevolle Geduld die Angst vor dem Ende zu nehmen und die Scham, nur nutzlose Last für die Gesellschaft zu sein, erst gar nicht aufkommen zu lassen. Käßmann und Cornelius-Bundschuh sprachen den Pflegenden und Ärzten dieser Einrichtungen ihre große Anerkennung aus.

Am 12. Oktober 2016 nahm Vinzenzbruder Roland Daniel an der ebenfalls von der Hospizgruppe Bühl-Sinzheim angebotenen Filmvorführung mit dem Titel „Ich will ja leben, oder?" im Bürgerhaus Neuer Markt teil. Die Hamburger Filmschauspielerin Kathrin Spielvogel hat nach der Diagnose Brustkrebs intuitiv begonnen, ein Video-Tagebuch zu führen und filmt sich selbst. Neun Monate lang ist die Videokamera ihr ständiger Begleiter. Diese Kamera wird zu einem wichtigen Gefährten, dem die krebskranke Kathrin all das sagen kann, was sie Familie und Freunden nicht zumuten möchte. Ein Freund und Filmemacher hat aus dem Videomaterial einen Film mit teilweise sehr traurigen, schockierenden und insgesamt überaus anrührenden Szenen aus dem Leben der 34-jährigen Kathrin gemacht. Sie wird nach der Diagnose zwischen Verzweiflung, Wut und Hoffnung extrem hin- und hergerissen. Sie muss den Verlust einer Brust verkraften, die unerbittliche Härte und die Folgen einer hochdosierten Chemotherapie durchstehen und vor allem den totalen Kontrollverlust über ihren Körper verarbeiten. Der Film geht manchmal sehr nahe, macht aber auch Mut und zeigt die Widerstandsfähigkeit der menschlichen Seele. Nach der Filmvorführung stand Kathrin Spielvogel für Fragen zur Verfügung. Wie sie vor ihren Zuhörern auftrat, fröhlich und selbstbewusst, fast wie das blühende Leben, machte nicht nur den anwesenden betroffenen Frauen Mut.

Unsere Vinzenzkonferenz war am Sonntag, 16. Oktober 2016, aus Anlass des 85. Jahrestages ihrer Gründung Gastgeber des Vertretertags der Vinzenz-Konferenzen in der Erzdiözese Freiburg im Kloster der Dominikanerinnen in Neusatzeck. Nach dem Kaffee mit Brezelvesper feierten die Teilnehmer mit Pfr. Markus Duchardt und den Schwestern die Hl. Messe in der Klosterkirche. Pfarrer Duchardt ging in seiner Predigt auf das „Gleichnis vom gottlosen Richter und der Witwe" ein. Das Gebet schaffe einen Zugang zu Gott. Er wisse schon lange vor unserem Gebet, was gut für uns ist. Beim Gebet sollten wir unser Herz öffnen, um Gottes Hl. Willen zu erkennen. Auch ein Lächeln könne ein Gebet sein. Zu Beginn der Tagung am Vormittag begrüßte der Diözesanvorsitzende Dr. Könczöl die Teilnehmer. Der Vortrag von Pastoralreferent Heribert Scherer stand unter dem Thema: „Was willst Du, das ich Dir tun soll – Aus der Barmherzigkeit Gottes leben und handeln." An den Beginn seiner Ausführungen stellte Heribert Scherer ein Zitat von Pedro Arrupe: „Die Reife eines Menschen zeigt sich am deutlichsten an dem Dienst, den er der Gemeinschaft leistet." Der Referent regte die Teilnehmer auch zum Austausch mit dem Nachbarn über die Geschichte von der Heilung des blinden Bettlers Bartimäus in Jericho und über heilsame Begegnungen an. Mit den zwei berührenden Erzählungen aus dem Alltag eines Klinikseelsorgers „Wie mich meine Mutter tröstet!" und „Fast ein Gebet …" sprach Heribert Scherer die Herzen der Teilnehmer an. Zum Thema „Barmherzigkeit und Versöhnung" verteilte er eine Sammlung von ermutigenden und inspirierenden Bibelstellen. Diese beinhalten keinen billigen Trost. Sie zeigen, in welcher Haltung man kranken Menschen begegnen und ihnen helfen kann. Nach dem Mittagessen fand die Sitzung des Diözesanrats statt. Dabei wurden die Teilnehmer auch über aktuelle Ereignisse und Entwicklungen auf Diözesan-, Bundes- und internationaler Ebene informiert.

Der Vorsitzende Egon Schempp vertritt die Vinzenzkonferenz St. Peter und Paul, Bühl, im Diözesanvorstand, seit 2012 als stellvertretender Vorsitzender. Er hat im Jahr 2016 an vier Sitzungen des Diözesanvorstands teilgenommen.

Egon Schempp folgte am 28. Oktober 2016 einer Einladung zum Treffen der CKD-Dekanatsgemeinschaften mit dem CKD-Diözesanvorstand im Bildungshaus St. Bernhard in Rastatt.

Am 16. November 2016 nahm Egon Schempp an der Vertreterversammlung des Caritasverbandes Freiburg teil.

Die Vinzenzbrüder Gebhard Barth und Roland Daniel leisten etwa einmal im Monat im Veronikaheim einen vinzentinischen Dienst. Sie helfen dabei, die Rollstuhlfahrer, die gehbehinderten Bewohner und alle, die Hilfe und Begleitung benötigen, zum sonntäglichen Gottesdienst in den Gottesdienstraum zu bringen und sie danach wieder auf ihre Zimmer zu begleiten.

Die Konferenzmitglieder beteiligen sich an Veranstaltungen der Pfarrgemeinde und des Klinikums Mittelbaden.

Spenden:

Der Vorsitzende Egon Schempp und Roland Daniel haben am 9. Dezember 2016 aus Mitteln des Vereins Gemeindecaritas Bühl e.V. je 500,00 EUR zur Unterstützung besonders bedürftiger Heimbewohner an die jeweilige Heimleitung des Veronikaheims, des Schwarzwaldwohnstifts und des Erich-Burger-Heims übergeben.

Bühl, 12. Januar 2017

Roland Daniel (Schriftführer und Kassier)

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...85 Jahre Bühler Vinzenzkonferenz 
1931 -2016

(relo) Anlässlich des 85. Jahrestages der Gründung unserer hiesigen Vinzenz-Konferenz,  fand der diesjährige Vertretertag der Vinzenz-Konferenzen der Erzdiözese Freiburg am vergangenen Sonntag, im Kloster der Dominikanerinnen in Neusatzeck statt.

Nach dem Frühstück versammelten sich die Teilnehmer aus den Konferenzen Karlsruhe, Freiburg, Achern und Bühl zur Hl. Messe in der Klosterkirche, die von Pfarrer Markus Duchardt, seines Zeichens Diözesanpräses der Vinzenzkonferenzen und Leiter der Stabsstelle für Grundsatzfragen der Caritastheologie und Ethik im Caritasverband der Erzdiözese, zelebriert wurde.
Pfarrer Duchardt stieg in seiner Predigt tief in das vielfach falsch verstandene Gleichnis vom "Ungerechten Richter und der Witwe" ein (Lk 18,1-8). Im Gegensatz zu dem weltlichen Richter mit all seinen menschlichen Schwächen, bräuchte Gott   von uns Menschen nicht andauernd gebeten werden, in einer Sache dringend aktiv zu werden, denn er wüsste lange vor unserer Bitte, was gut für uns alle wäre. Mit dem Gebet sollten wir uns vielmehr im Herzen ganz öffnen, um Gottes Hl. Willen darin zu erkennen.   

In der Matinée ging Pastoralreferent Heribert Scherer auf die menschliche und göttliche Barmherzigkeit ein.  Die Barmherzigkeit sei für alle Vinzenzbrüder und Schwestern eine tägliche Herausforderung bei ihren Krankenbesuchen. Nur Gott und die nach seinem Abbild geschaffenen Menschen hätten diese Gabe.

Nach dem Mittagessen trat die Vertreterversammlung zusammen, in der sich die Mitglieder über die aktuellen organisatorischen Maßnahmen, aber auch über zukünftige Wegweisungen der Vinzenzbewegung auf Diözesan-,  Bundes- und internationalen Ebene  informieren konnten.  
Mit Kaffee und Kuchen beendete man einen ausgefüllten  und sehr informativen Sonntag.


einige Impressionen hier