Pfarrer Schneider und Pfarrer Drathschmidt stellen sich vor

Bernhard Götz und Jörg Knapp zu Vorsitzenden gewählt

Unter strengen Coronabedingungen fand letzte Woche im Gemeindehaus Bühl eine richtungsweisende Pfarrgemeinderatssitzung der Seelsorgeeinheit Bühl/Vimbuch statt. Nach Begrüßung durch Irene Grohmann und gemeinsamem Gebet war die Spannung nahezu mit Händen zu greifen, denn Pfarrer Andreas Schneider und Pfarrer Martin Drathschmidt waren gekommen, um sich vorzustellen. Die Pfarrgemeinderäte konnten im Vorfeld per Internet Fragen an sie richten, die nun als Leitfaden für ihre Ausführungen dienten. Pfarrer Schneider hat zunächst an der Hochschule Ludwigsburg Finanzen studiert und sich später für die Priesterberufung entschieden. Nach mehreren Stationen wirkt er seit über 15 Jahren als Leiter in der Seelsorgeeinheit Adelsheim-Osterburken-Seckach. Eher wehmütig bezeichnete er diese Gegend als „Badisch Sibirien“. Auf die Frage, warum er und Pfarrer Drathschmidt denn nach Bühl wechseln wollen, kam die ehrliche Antwort, dass dies nicht unbedingt eine ganz freiwillige Entscheidung sei.

Martin Drathschmidt hat sich direkt für den Priesterberuf entschieden. Während des Studiums lernte er Andreas Schneider und einen anderen Priester in Ausbildung kennen und schätzen. Sie waren damals wohl der Zeit voraus, als sie vereinbarten, künftig werden sie als Dreierteam in die Seelsorge zu gehen. Leider verstarb der dritte Kandidat und so entstand das Duo Schneider-Drathschmidt. Im weiteren Verlauf der Vorstellung gingen die beiden auch auf ihre jeweiligen Stärken und Schwächen ein. Beispielsweise tut sich Pfarrer Schneider etwas schwer mit der modernen Informationstechnologie und siehe da, das Tablet steht vor Martin Drathschmidt.

Auf die Frage nach den pastoralen Zielen gab es von beiden sehr eindeutige und erfreuliche Antworten. Sie werden das weiterführen, was in der Seelsorgeeinheit vorhanden ist. Wo Unterstützung notwendig sein sollte wird diese ganz klar erfolgen. Allerdings wird nichts künstlich am Leben erhalten. Alleinunterhalter wollen sie nicht sein. Große Erfahrung haben sie mit dem Zusammenspiel der einzelnen Pfarrgemeinden einer Seelsorgeeinheit gesammelt. Man muss die Eigenheiten jeder Gemeinde bewahren und nicht versuchen „einen großen Kuchen zu backen. Vernetzung ist zielführend. Auch das Strippen ziehen von oben klappt nicht; eine Seelsorgeeinheit funktioniert von unten her“.

Derzeit werden im Pfarrhaus Bühl Elektro- und Malerarbeiten durchgeführt. Es wird zukünftig H. Drathschmidt beherbergen. Das Pfarrhaus in Kappelwindeck muss allerdings grundlegend saniert werden, da dort noch alles im Zustand der 60-er Jahre ist, weshalb Andreas Schneider vorübergehend in einer Wohnung der Pfarrgemeinde Bühlertal unterkommt. Allerdings sehnt er sich schon nach dem Pfarrgarten in Kappelwindeck, da er doch ein passionierter Hobbygärtner ist.

Pfarrer Drathschmidt und Pfarrer Schneider freuen sich auf Pfingsten, denn dann werden sie offiziell in der Seelsorgeeinheit Bühl/Vimbuch tätig; Andreas Schneider als Seelsorgeeinheitsleiter, Martin Drathschmidt als Pfarrer.

Nächster Tagesordnungspunkt war die Vorstellung der beiden Diakone in Ausbildung Dietmar Krauß und Oliver Meier. Beide haben sich entschlossen, neben ihrem Beruf, der Seelsorgeeinheit als Diakone zur Verfügung zu stehen. Die Ausbildung wird bis 2023 dauern. Der Pfarrgemeinderat hatte über ihre Eignung für diese Aufgabe zu befinden, was umgehend erfolgte.

Seit der Pfarrgemeindratswahl im letzten Frühjahr war die Position des Vorsitzenden nicht besetzt. Zu groß waren doch die Unsicherheiten im Zusammenhang mit den bekannten Missbrauchs-vorwürfen. So entstand ein Vorstandsteam bestehend aus Leonie Boos, Verena Friedmann, Irene Grohmann, Jörg Knapp und Marc Vollmer zusammen mit Pfarrer Woschek, das diese Funktion gemeinsam wahrnahm.

Nach längerer Überlegungszeit hat sich Bernhard Götz bereit erklärt als 1. Vorsitzender zu kandidieren. Er wurde mit großer Mehrheit gewählt. Stellvertreter wurde Jörg Knapp. Beide legten in ihren Schlussworten klar, wie wichtig die Teamarbeit weiterhin sein wird und sich die Arbeit auch in Zukunft auf das gesamte Vorstandsgremium, in dem alle Pfarrgemeinden vertreten sind, verteilen wird.

Nun darf sich die Seelsorgeeinheit Bühl/Vimbuch auf Pfingsten freuen, denn dann ist die Zeit der Vakanz beendet und hoffentlich die Coronapandemie etwas weniger alltagsbestimmend. (JK)

Bericht: Jörg Knapp